Andrei Gridchuk

Biografie

Andrei Gridchuk ist seit 1994 Solo-Bratscher der Deutschen Oper Berlin — drei Jahrzehnte im Zentrum eines der großen Opernorchester Europas, neben einem parallelen Leben als Solist und Kammermusiker. Er spielt eine Viola von Paolo Antonio Testore, Mailand 1750.

Die Schule

In Irkutsk geboren, begann er mit vier Jahren auf der Geige und debütierte mit sechs mit dem Philharmonischen Orchester seiner Heimatstadt. Mit sieben kam er an die Zentrale Musikschule des Moskauer Konservatoriums und setzte seine Ausbildung am Konservatorium fort; zu seinen Lehrern zählten Juri Jankelewitsch, Boris Belenki und Fjodor Druschinin. Die entscheidende Begegnung war Juri Baschmet: Gridchuk wurde sein Assistent und gehörte als Mitglied der Moskauer Solisten dem Ensemble an, mit dem die moderne russische Bratschenschule um die Welt reiste.

Die Preise

Zwei Wettbewerbe markierten den Weg vom Studenten zum Solisten: der Allunions-Bratschenwettbewerb 1984 und 1989 der Internationale Wettbewerb Maurice Vieux in Orléans — benannt nach dem großen französischen Bratschisten —, bei dem er den Hauptpreis gewann.

Der Solist

Solokonzerte führten ihn zum Orchestre Philharmonique de Radio France, zu den Symphonikern Hamburg, zur Moskauer Philharmonie, zur Staatskapelle Weimar, zum Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi und zur Zagreber Philharmonie, unter Dirigenten wie Riccardo Chailly, Kent Nagano, Christian Thielemann, Marek Janowski und Krzysztof Penderecki.

Der Kammermusiker

Seine Kammermusikpartner kartieren die Streicherwelt seiner Generation: Juri Baschmet, Boris Beresowski, Steven Isserlis, Mischa Maisky, Vadim Repin, Dmitry Sitkovetsky und das Borodin-Quartett, bei Festivals von Verbier bis Tours. An der KapanFest-Akademie in Armenien und beim Festival Varna Summer steht das Unterrichten neben dem Podium.

Das Repertoire

Zwei Linien der Repertoirearbeit stechen hervor. Er machte die Ersteinspielungen der Bratschensonaten von Nikolai Roslawez (Le Chant du Monde), mit denen ein unterdrückter russischer Modernist ins Repertoire des Instruments zurückkehrte; seine Aufnahmen der Trios von Bruch und Reinecke erschienen bei Pavane. Und mit Dmitry Sitkovetsky und David Geringas spielt er Bachs Goldberg-Variationen in Sitkovetskys Streichtrio-Fassung — rezensiert in The Strad, 2022.

Für Engagements: t.goz@gridchuk.com

Andrei Gridchuk mit der Testore-Viola